| von Rechts: Klaus Stöttner MdL, Dipl.-Ing. Mike Edelmann, Prof. Dr. Harald Lesch, Dagmar Bohrer-Glas, Peter Mayer M.Sc., Dr. Otto Hünnerkopf MdL,Dipl.-Ing. Christian Müllers, Dr. Götz Brühl |
Die erste große Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Energiewende gestalten" des AKU Rosenheim-Land, war ein großer Erfolg. Prof. Dr. Harald Lesch ließ in dem mit 140 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllten "Großen Saal" des Happinger Hofs, keinen Zweifel daran, dass es höchste Zeit sei, die Energiewende nicht nur in der Politik, sondern auch in den Köpfen jedes Menschen umzusetzen. Er stellte klar heraus, dass hier noch viel Nachholbedarf besteht.
Laut
Prof. Lesch ist es wenig sinnvoll, mittels der bei der Kernspaltung freiwerdenden Energie zunächst Wasser zu verdampfen um damit schließlich in einer Turbine
Strom zu erzeugen. Dabei ist es Prof. Lesch absolut unverständlich, wieso nicht bereits in den
1950er-Jahren Programme aufgelegt wurden, um Windkraft, Wasserkraft und Sonnenenergie
statt der Kernenergie zu nutzen: "Jedes gesunde Hirn muss wissen, dass es,
wenn die Ressourcen verbraucht sind, vorbei ist", so der Physiker. Aus heutiger Sicht war die damalige Entscheidung nicht nachvollziehbarwar, da die Beste Strategie gewesen wäre, Deutschland weitestgehend unabhängig von Energieimporten zu machen. "Wo wären wir heute, wenn man sich damals schon für Erneuerbare Energien entschieden hätte", so
Lesch.
Herr Prof. Lesch ging auch auf den Klimawandel näher ein und stellte klar, dass dieser keine Erfindung
von "Öko-Taliban" oder geldgierigen Forschern, sondern für jedermann
sichtbar sein. Lesch: "Wir haben keine Alternative zum Optimismus - egal wie
schwer die Energiewende sein wird. Wir haben alles, was dazu nötig ist:
Wind, Sonne und Wasser." Die Energieversorgung müsse dabei aber unbedingt
in kommunale Verantwortung, da damit eine engere Bindung zur Bevölkerung entstehen kann. Dabei appeliert Prof. Lesch an die anwesenden Politiker und Gäste, die Rahmenbedingungen so zu stellen, dass jeder Quadratmeter an Dachfläche für Photovoltaik genutzt werden sollte.
Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurde Herr Prof. Dr. Lesch von einem anwesenden Gast auf die deutlich niedrigeren Strompreise in Frankreich angesprochen. Dem entgegnete Prof. Lesch, "Frankreich hinterlasse seinen noch nicht geborenen Kinder
eine große Last und ersticke im Atommüll". Zum
Thema alternative Energien und Trassen sagte Dr. Otto Hühnerkopf,
Vorsitzender im Arbeitskreis Umwelt und Gesundheit der CSU im bayerischen Landtag,
man "werde in Kauf nehmen müssen, dass sich die Landschaft verändert". Dr.
Götz Brühl, Geschäftsführer der Rosenheimer Stadtwerke, beruhigte die anwesenden Gäste damit, dass die Stadtwerke Rosenheim gegenwärtig zumindest in der Region
keinen Bedarf für neue Hochspannungstrassen sehen. Vierlmehr werde in Rosenheim - mit der von den Stadtwerken in Eigenregie entwickelten Holzvergasertechnik - in Zukunft Holz vergast und mit dieser Technik schließlich etwa doppelt so viel Energie daraus zu gewinnen wie mit vergleichbaren Techniken. Dr. Brühl sieht darin ein weiteres Aushängeschild für den Holzstandort Rosenheim.
Alle Teilnehmer der Podiumsdiskussion sind sich darin einig, dass der von Umweltminister Huber eingeschlagene Weg der Energieeinsparung "die beste Energie ist diejenige, die gar nicht erst verbraucht wird" der richtige Weg für unser Land ist. Dies sieht auch Mike Edelmann, Geschäftsführer der Rohrdorfer Zementwerke so. Sein
Unternehmen steht vor der Vollendung einer in Deutschland und Europa einzigartigen
Energierückgewinnungsanlage. Dabei wird aus der Abwärme, wieder Dampf erzeugt und dieser treibt schließlich eine Turbine an, welche ab Mitte 2012 elektrischen Strom für 6000-8000 Haushalte erzeugen soll. Die Rohrdorfer Zementwerke können mit dieser Technik die Energiekosten um ca. 30% senken und sichern so langfristig die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitsplätze am Standort Rohrdorf.
Prof. Dr. Harald Leschs Vortrag kann hier heruntergeladen werden.
Prof. Dr. Harald Leschs Vortrag kann hier heruntergeladen werden.
Autor: Peter Mayer M.Sc.